Pause – Zeugnis des Sohnes eines deutschen Matrosen von der Z24

Source

http://pga-medoc.fr/volker-christoffel-2/

Volker Christoffel

20.12.2016

Sehr geehrte Frau Schwichtenberg, entschuldigen Sie bitte, wenn ich Sie überfalle: elektrisiert durch das Buch von Frau Scherf über ihren Vater, über das ich erst vor drei Tagen gestolpert bin, habe ich Ihren Namen und den von Herrn Büttner ausgemacht, die mir möglicherweise bei meiner Suche weiterhelfen können.

Mein Name ist Volker Christoffel, ich bin Biochemiker, 67, wohnhaft in Bayern zwischen Regensburg und Nürnberg, gebürtig im Saarland.

Das Schicksal meines Vaters hat Analogien zu dem von Wolfram Knöchel, weist aber auch deutliche Unterschiede auf. Mit meinem Vater habe ich nie über seine Militärzeit gesprochen. Es gibt keine Briefe. 30 Jahre nach seinem frühen Tod beginne ich als alter Mann seine Militär- und KG-Zeit zu recherchieren und rekonstruieren.

Die Auskunft der WAST war marginal, ergab aber immerhin einige Eckdaten, bei denen ich weiterbohren konnte. Dank Internet sind die Recherchemöglichkeiten heute gut und langsam werden Quellen aus dieser Zeit – meist von Privatleuten – erschlossen.

August 44
(mein Vater ist 23, letzter von 4 Söhnen, die alle in der Wehrmacht sind, die Mutter Witwe) Der Zerstörer meines Vaters muss trotz nicht behobener Schäden aus dem Hafen von Bordeaux auslaufen, weil die Wehrmacht im August Bordeaux räumt. Versenkung am 24. 8 44 unmittelbar vor der heute noch existierenden Reede von Le Verdon durch Bomber der Royal / R. Canadian Airforce (Foto der Kamera eines Kanadischen Bombers liegt mir vor). Zusammenfassung der Geretten zum „Battaillon Narvik“ (der Name ist begründet in der Historie von Z24 im Nord- und Polarmeer). Die Männer des Battl. Narvik sind im Gegensatz zu der bunt zusammengewürfelten Besatzung der Festung Gironde Süd tatsächlich äußerst kriegserfahren, das sie 4 Jahre lang täglich „im Feuer standen“ und technisch versiert sind. Das Battaillon sichert die Festung Gironde Süd an der gesamten Südflanke zur Gironde hin. Der Befehlsstand ist in St. Vivien. (Alle folgenden Daten sind aus dem Buch „L’occupation allemande en région Medoc“ von 2015 und weiteren franz. Quellen, die mir vorliegen.) Im April 45 widersetzt sich die sich selbst als Elite-Battaillon empfindende Truppe des B. Narvik als einzige dem Befehl des Festungskommandanten zur Übergabe und bekommt 3 Tage nach Royan die volle Ladung Napalm ab. Extrem große Verluste in den Bunkern. Am 20. 4. 1945 um 19:00 Uhr ergibt sich FK Birnbacher mit seinem Battaillon. Das Médoc ist befreit!

Die franz. Sanitäter machen massenweise Luftröhrenschnitte – ohne Erfolg- weil die deutschen Soldaten ersticken. Da man Napalm und seine Wirkung nicht kennt, vermuten die Ärzte eine pandemische Diphterie infolge Arzneimittelmangels wg der Belagerung. (Nb.: Der Kommandeur tritt später in die Bundesmarine ein und erhält bei seinem Ausscheiden als Konteradmiral wg. seiner Verdienste um dieses unser Land das Gr. Bundesverdienstkreuz a.B. Von den hunderten deutschen Marinesoldaten, die er im April 45 sinnlos geopfert hat weiß keiner mehr etwas …)

Ende April 1945
Liste der Kriegsgefangenen von Camps 184 = Soulac s.m. mit meinem Vater, ausgewiesen als Sergent, Stabskompanie, „Battl. Narvik“.
Ab hier keine Daten mehr.
Laut WAST Freilassung am 26. 12.1946.

Meine Schwester berichtet, das der Vater vom Minenräumen erzählt hat und von den extrem harten Bedingunen als franz. PG.

Mein älterer Cousin (nur wenig jünger als mein Vater) schilderte mir vor wenigen Wochen, dass der Vater in St. Avold (Metz/ Lothringen) entlassen worden sei.

Das kann durchaus möglich sein, das er verlegt wurde, denn mein Vater hatte vor seinem Eintritt in die Kriegsmarine gerade seine Ausbildung zum Vermessungstechniker bei den Saargruben abgeschlossen. Möglicherweise konnten die Franzosen ihn in den Gruben von St. Avold gewinnbringender einsetzen. Um St. Avold gab es insgesamt 4 camps des P.G. (No. 212) mit vermutlich über 10.000 Gefangenen.

Makaber dabei: St. Avold ist 10 km vom Geburtsort meines Vaters entfernt. Er hätte in 2 Stunden zu Fuß hinlaufen können. Die saarländischen und französischen Gruben sind unterirdisch miteinander verbunden. Ich habe noch erlebt, dass saarländische Bergleute in Merlebach = Frankreich einfuhren, weil die Strecke zu ihrem Kohleflöz so kürzer war. Später war mein Vater Vermessungsingenieur bei den Saarbergwerken und hat das gesamte westliche Saarland oberidisch und unterirdisch kartographisch erfasst, weil man den Verlauf und die Ergiebigkeit = Ausbeutefähigkeit der Flöze erfasst hat.

Ende Juni waren meine Frau und ich für eine Woche in Soulac + Umgebung, haben stundenlang die Eglise Notre Dame de la Fines de terres auf uns einwirken lassen, waren in Vertheuil in der Kirche, habe bei Guingette de la plage den Reihern zugeschaut und sind mit J.P. Lescorce durch die Bunker gekrochen. Vom heute überbauten, ehemaligen Lager hatte er keine Aufzeichnungen und Erinnerungen. Danach waren wir noch in Oléron und La Rochelle, wo das Schiff meines Vater viel operierte – und auch lange repariert wurde.

Über die Zeit auf dem Zerstörer Z24 weiß ich sehr gut Bescheid: das Kriegstagebuch von Z24 habe ich letzten Herbst im Bundesarchiv in Freiburg 3 Tage lang gelesen und wichtige Teile als Kopie vorliegen. Das KTB ist vollständig erhalten! Nur die letzten 9 Tage fehlen, da die Blätter mit dem Schiff unterging. (Das KTB wurde halbmonatlich geführt und lief durch alle Dienststellen hinauf bis zur OKH – und zurück! Dabei sind alle gestempelten Laufzettel zusammen mit den Halbmonatsberichten erhalten: „Hat vorgelegen!“ Das Berichtswesen hat trotz sehr großer Mängel beim Material auch 44 noch funktioniert!). Auch das KTB der 8. Zerstörerflottille (Biskaya) und des Marine Oberkommando (MOK) West, ausgerechnet in Wiesbaden befindlich, liegen vollständig vor und ermöglichen den Zugang zu einem umfassenden Bild der Lage!

Das Leben und Überleben auf dem Schiff ist furchtbar zu lesen. Personalmangel (wg. der Toten), Spritmangel, Munitionsmangel (Potjemkin lässt grüßen: statt Minen verlegt man mit Sand gefüllt Attrappen und hofft, dass Spione von der Küste aus oder die Luftaufklärer das Legen von Minensperren melden), keine Ersatzteile, da immer mehr Zulieferfabriken und Schienenwege in D. durch Luftangriffe zerstört werden , ständige Ausfälle der Technik, z.B. der Motoren; jedes mal wenn man in die Biskaya ausläuft, um Besatzungen von versenkten U-Booten aufzunehmen, erhält man Bombentreffer von den britischen Fliegern. Das Schrecklichste dabei: das KTB hat mein Vater geschrieben – er war der Schiffsschreiber und Sanitäter. An etlichen Stellen gibt es handschriftliche Verbesserungen oder erklärende Einschübe. So am Tag der Invasion der Alliierten in der Normandie, am 6.6.44: Man läuft überstürzt nach dem Eingang der Fernschreiber-Meldung der Landung aus dem Dock in Bordeaux aus, damit man bei Niedrigwasser über die flachen Stellen bei Pauillac kommt wie der Kapitän vermerkt, ist von der Hand meines Vaters nachgetragen: „Ich gebe der Mannschaft den Führerbefehl bekannt und die Lage.“ Die Detailliertheit des KTB ließ mich völlig eintauchen in die damalige Situation. (Ich war selber Offizier bei der Luftwaffe und kann viele der geschilderten Lagen in ihrer Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung gut einschätzen. Übrigens beklagen sich die Schiffsführer bei ihren vorgesetzten Dienststellen in einer erstaunlichen Offenheit.)

Auch makaber: das Bombergeschwader 404 der Royal Canadian Air Force (RCAF) existiert noch heute! Auf seiner Webseite werden die Einsätze gegen die deutschen Kriegsschiffe im WWII genau beschrieben. Ich lese also die gleiche Situation von beiden Seiten: wie die Kanadier sie geplant und durchgeführt haben, welche Verluste sie hatten (sie hassten die Angriffe auf die insgesamt 4 Zerstörer der Flotille, weil die eine enorme Feuerkraft gegen Flugzeuge hatten und es jedesmal Verluste bei den Flugzeugen gab. Ich lese, wie die Flugzeugangriffe auf dem Schiff erlebt werden, welche Schäden sie anrichten (z.T. mit Fotos im KTB belegt) und wie meist notdürftig repariert wird. Das Schiff hat in der Praxis nie seine eigentliche „Leistungsfähigkeit“ die auf dem Papier steht. 70 Jahre später lese ich geradezu surreal viele Details. Und auf beiden Seiten das Gefühl der Angst, wenn man wieder raus muss und jedesmal weiß, dass dieses Mal das letzte Mal sein kann. Perfide und abgefeimt, wenn man den Führerbefehl vom 7. Dezember 1944 liest, dass ein Truppenführer zurücktreten muss, wenn er glaubt, die Truppe nicht mehr führen zu können, weil der die Lage für aussichtslos hält. Es wird geregelt, wie er das zu tun hat – im Endeffekt bedeutet das den Zwang, das Kommando einem rücksichtsloseren Menschen anzuvertrauen. Gespenstisch, wenn ein Dreisterne-Admiral (Frisius), Kommandant des Abschnitts Ärmelkanal, in einem Brief seinen Vorgesetzten anfleht, seine Frau und seine Kinder zu grüßen, weil er glaubt, dass es für ihn vorbei ist und er nicht mehr zurückkommt. Man spürt die ganze Verzweiflung, die 1944 auch bei den Offizieren geherrscht hat, da ALLE wussten, dass es keine Chance mehr gab. Das alles an originalen Dokumenten. Noch nie war Geschichte so authentisch für mich wie in diesen Tagen im Bundesarchiv.

Mit der Umwandlung zum Battaillon Narvik bricht der Informationsfluss jäh ab. Zu der Gefangenschaft in Soulac = camp no. 184, ist mir nur die handgeschriebene Namensliste der Stabskompanie bekannt, auf der sich der Name meines Vaters befindet (hat mir Herr Marwedel besorgt.) Nach all dem Geschriebenen: Ich suche dringend nach Informationen:

1. Über das Bataillon Narvik in der Girondefestung Süd, Wo lag es, was tat es? Wo kann ich Informationen finden, Wer weiß noch etwas darüber?

2. Über das P.G.-Lager Soulac 184 und damit verbunden über mögliche Informationen über die Verwendung / den Einsatz meines Vaters als Kriegsgefangener.
Habe Sie eine Idee, in welchen Archiven ich suchen könnte?

An welche noch lebende Personen könnte ich mich wenden, Personen, die sich möglicherweise noch erinnern könnten?

Adressen und Namen von Archivaren?
(Als „Saarfranzose“ sprach ich mal leidlich Französisch, das aber berufsbedingt weitgehend durch die moderne lingua franca verdrängt wurde. Lesen geht aber noch gut.)

Sehr geehrte Frau Schwichtenberg, ich danke Ihnen, falls Sie bis hierhin durchgehalten haben.
Über JEDE Rückmeldung bin ich hocherfreut.

Es steht schon fest, dass ich im Sommer 17 wieder in das Médoc muss.

Mit freundlichen Grüßen
Volker Christoffel

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Intermission – Témoignage du fils d’un marin du Z24

Prisonniers de guerre allemands en Médoc

Par Volker Christoffel

20 décembre 2016

De: Volker Christoffel

Sujet: Erbitte Kontaktaufnahme wg. Recherche

Message :

Electrisé par le livre de Madame Scherf au sujet de son père, livre sur lequel je suis tombé il y a trois jours seulement, j’ai trouvé votre nom et celui de Monsieur Büttner, vous qui pouvez peut-être m’aider à avancer dans mes recherches. Mon nom est Volker Christoffel, je suis biochimiste, j’ai 67 ans et j’habite en Bavière entre Regensburg et Nürnberg, je suis natif de la Sarre.

Le destin de mon père a des similitudes avec celui de Wolfram Knöchel, mais aussi des différences évidentes. Avec mon père, je n’ai jamais parlé de son temps militaire. Il n’y a pas de lettres. Trente ans après son décès, je commence, moi un vieil homme, à faire des recherches et à reconstruire la période où il était militaire puis PG.

Les informations de la WAST (=Wehrmachtauskunftstelle für Kriegerverluste und Kriegsgefangene Wehrmachtauskunftstelle = service d’info de la Wehrmacht) ont été marginales mais m’ont quand même donné quelques dates-clé, que j’ai pu approfondir. Grâce à internet, les possibilités de recherches sont bonnes aujourd’hui, et lentement les sources concernant cette époque – provenant souvent de personnes privées – sont accessibles.

Août 44

Mon père a 23 ans, il est le dernier de 4 fils qui sont tous dans la Wehrmacht, leur mère est veuve.
Malgré des dégâts non réparés, le destroyer de mon père doit sortir, du port de Bordeaux, parce que la Wehrmacht évacue Bordeaux en août. Naufrage le 24 août 1944 juste en face de la rade – qui existe encore aujourd’hui – du Verdon par des bombardiers de la Royal Canadian Air Force (sous mes yeux une photo prise par la caméra d’un bombardier canadien). Rassemblement des soldats sauvés dans le « Bataillon Narvik » (le nom s’explique par l’histoire du destroyer Z24 en Mer du Nord et eaux polaires). Contrairement à la garnison constituée d’éléments hétéroclites de la forteresse Gironde-Sud, les hommes du Bataillon Narvik sont effectivement extrêmement aguerris, car ils ont été « sous le feu » pendant 4 ans et ce sont des techniciens compétents. Le bataillon sécurise la forteresse Gironde-Sud sur tout le flanc Sud de la Gironde. Le commandement est à St-Vivien. (Tous les éléments qui suivent sont tirés du livre L’occupation allemande en région Médoc de 2015 et d’autres sources françaises dont je dispose). En avril 45, la troupe du Bataillon Narvik, qui se considère elle-même comme un bataillon d’élite, est la seule à s’opposer à l’ordre de reddition du commandant de la forteresse, et reçoit, 3 jours après Royan, une pleine charge de napalm. Pertes extrêmement sévères dans les bunkers.

Le 20 avril 1945, à 19h00, le capitaine de corvette Birnbacher se rend avec son bataillon. Le Médoc est libéré !
Les infirmiers militaires français font des trachéotomies en masse – sans succès – parce que les soldats allemands s’étouffent. Comme on ne connaît ni le napalm, ni ses effets, les médecins soupçonnent une épidémie de diphtérie consécutive au manque de médicaments à cause du siège.

(NB : le commandant entrera plus tard dans la Bundesmarine et recevra lors de son départ comme contre-amiral, pour ses mérites au service de notre pays, la grand-croix du Mérite Fédéral. Plus personne ne se souvient des centaines de marins allemands qu’il a absurdement sacrifiés en avril 1945…)

Fin avril 1945

Liste des PG du Camps 184 = Soulac sur Mer, avec mon père identifié ainsi : sergent, compagnie d’état-major, « Bataillon Narvik »

À partir de là, je n’ai plus d’informations.

D’après la WAST (service d’info de la Wehrmacht: Wehrmachtauskunftstelle für Kriegerverluste und Kriegsgefangene) : libéré le 26 décembre 1946

Ma sœur dit que notre père a parlé de déminage et des conditions de vie extrêmement dures quand il était PG en France.

Mon cousin le plus âgé (juste un peu plus jeune que mon père) m’a raconté il y a quelques semaines que mon père aurait été libéré à St-Avold (près de Metz, en Lorraine). C’est tout à fait possible, qu’il ait été transféré car, juste avant son entrée dans la marine de guerre, mon père venait de terminer sa formation de technicien-topographe dans les mines de la Sarre. Il est possible que les Français aient pu le faire travailler de façon plus rentable dans les mines de St-Avold. Autour de St-Avold, il y avait au total 4 camps de PG (N° 212) avec probablement plus de 10 000 prisonniers.

Une chose terrible : St-Avold est à 10 km du lieu de naissance de mon père. Il aurait pu y aller à pied en 2 heures. Les fosses des mines sarroises et françaises sont reliées entre elles, sous la terre. Je me souviens encore que des mineurs sarrois descendaient à Merlebach en France, parce que la distance à leur galerie de charbon était plus courte depuis là. Plus tard, mon père a été ingénieur-topographe dans les Mines de la Sarre et il a cartographié en totalité la Sarre occidentale sur et sous terre, parce qu’on étudiait le tracé et la rentabilité des filons.

Fin juin (2016), ma femme et moi sommes allés une semaine à Soulac et ses environs, nous avons contemplé pendant des heures l’église Notre-Dame de la Fin des Terres, nous sommes allés à l’église de Vertheuil, nous avons regardé les hérons depuis la Guinguette de la Plage, et nous avons rampé dans les bunkers avec JP Lescorce. Mais il n’avait ni notes ni souvenirs sur l’ancien camp, dont le terrain est aujourd’hui construit. Ensuite nous sommes encore allés à Oléron et La Rochelle où le bateau de mon père avait beaucoup opéré – et avait été également longtemps en réparation.

En ce qui concerne la période sur le destroyer Z24 je suis bien informé : pendant 3 jours à l’automne dernier, j’ai pu lire le journal de bord de guerre du Z24 aux Archives Fédérales à Freiburg, et faire des photocopies des passages importants. Il est conservé en totalité ! Seuls manquent les 9 derniers jours, parce que les feuillets ont sombré avec le bateau. (Le journal de bord de guerre était tenu toutes les 2 semaines et remontait, en passant par tous les services, jusqu’au Haut Commandement de la Marine) – et retour !

Tous les bordereaux de transmission, tamponnés, sont conservés, ainsi que les rapports bimensuels : « au rapport ! ». Le service des rapports a fonctionné jusqu’en 1944, malgré le manque cuisant de matériel !). Le journal de bord de guerre de la 8ème flotte de destroyers (Golfe de Gascogne) et celui du Haut Commandement de la Marine (OKM = Oberkommando der Marine) Ouest, qui se trouve justement à Wiesbaden, sont conservés en totalité et permettent d’avoir accès à une vue globale de la situation !
La vie et la survie sur le bateau sont épouvantables à lire. Manque d’effectifs (à cause des morts), manque de carburant, manque de munitions (Potemkine vous salue bien : au lieu de mines, on pose des leurres remplis de sable et on espère que des espions sur la côte ou les avions de reconnaissance signaleront le mouillage de mines), pas de pièces de rechange parce qu’en Allemagne, il y a toujours davantage d’usines et de voies ferrées qui sont détruites par les attaques aériennes, des pannes techniques en permanence, par exemple des moteurs ; chaque fois qu’on sort dans le golfe de Gascogne, pour récupérer des équipages de sous-marins coulés, on se fait bombarder par les avions britanniques. Le pire : c’est mon père qui écrivait le journal de bord de guerre – il était secrétaire de bord et infirmier. A certains endroits, il y a des mentions manuscrites ou des explications rajoutées. Ainsi le jour du débarquement des Alliés en Normandie, le 6 juin 1944 : après l’arrivée de la dépêche signalant le débarquement sur le poste de transmissions, on sort précipitamment du dock de Bordeaux, afin de passer les passes de Pauillac malgré le faible niveau d’eau, comme c’est noté par le capitaine, et ajouté de la main de mon père : « J’informe l’équipage de l’ordre du Führer et de la situation. »
Le journal de bord de guerre, extrêmement détaillé, m’a permis de plonger totalement dans la situation de l’époque. J’ai été moi-même officier dans la Luftwaffe et je suis bien en mesure de saisir le caractère désespéré des situations décrites. (D’ailleurs, les commandants des bateaux se plaignent auprès de leurs supérieurs avec une sincérité étonnante.) Affreux aussi : l’escadrille de bombardiers 404 de la Royal Canadian Air Force (RCAF) existe aujourd’hui encore ! Sur son site internet, les engagements contre les bâtiments de guerre allemands pendant la Seconde Guerre Mondiale sont décrits avec exactitude. Je lis donc la situation vue des deux côtés : comment les Canadiens les ont préparés et exécutés, quelles pertes ils ont eues (ils détestaient ces attaques sur les 4 bâtiments constituant la flottille, parce qu’ils avaient une énorme puissance de feu anti-aérienne et qu’il y avait à chaque fois des pertes parmi les avions. Je lis comment les attaques aériennes étaient vécues sur le bateau, quels dommages elles provoquaient (pour partie documentés par des photos dans le journal de bord de guerre), et comment on faisait le plus souvent des réparations de fortune. En pratique, le bateau n’a jamais eu la capacité d’action qu’il a sur le papier. 70 ans après, d’une manière tout à fait surréaliste, je lis cette multitude de détails. Et des deux côtés ce sentiment de peur, dès qu’il faut à nouveau faire une sortie, et qu’on sait à chaque fois que cette fois peut être la dernière fois. Le cynisme, quand on lit l’ordre du Führer du 7 décembre 1944, qui dit qu’un supérieur doit se retirer s’il croit ne plus pouvoir conduire ses hommes parce qu’il considère la situation comme sans issue. Il est dit comment il doit procéder – en fin de compte, cela signifie l’obligation de confier le commandement à un homme encore plus dépourvu de scrupules. Irréel, quand un amiral trois étoiles (Frisius), commandant le secteur de la Manche, supplie dans une lettre son supérieur d’embrasser sa femme et ses enfants parce qu’il pense que c’en est fini de lui et qu’il ne reviendra pas. On sent tout le désespoir qui régnait en 1944 parmi les officiers aussi, car TOUS savaient qu’il n’y avait plus aucune chance. Et tout ça dans les documents d’origine. Jamais encore l’histoire n’avait été aussi authentique pour moi que pendant ces journées passées aux Archives Fédérales.
Avec la transformation en « Bataillon Narvik », le flux d’informations s’interrompt brutalement.
Pour la captivité à Soulac = le camp n° 184, je n’ai connaissance que de la liste manuscrite de la compagnie d’état-major, sur laquelle figure le nom de mon père (que Monsieur Marwedel m’a procurée) Après avoir écrit tout cela : je cherche de manière urgente des informations :

1 sur le Bataillon Narvik dans la forteresse Gironde-Sud. Où était-il, que faisait-il ? Où puis-je trouver des informations ? qui sait encore des choses à ce sujet ?

2 sur le camp de PG Soulac 184, et, en lien avec cela, sur de possibles informations sur l’engagement de mon père comme PG.

Avez-vous une idée dans quels services d’archives je pourrais faire des recherches ?

A quelles personnes encore vivantes pourrais-je m’adresser, des personnes qui pourraient avoir encore des souvenirs ?

Avez-vous des adresses et des noms d’archivistes ?

Volker Christoffel

Source:

Prisonniers de guerre allemands en Médoc

Epilogue/Épilogue/Epilog (Willi Küllertz)

Text de Willi Küllertz

Mensch und Dilemma – (original)
Zum besseren Verständnis möchte ich mich noch in ein paar Sätzen über den Charakter meines Vaters äußern: Wie schon gesagt war er ein sehr genügsamer und bescheidener Mensch.

Zwar hatte er seinen Stolz, der beruhte aber auf menschliche Eigenschaften und auf menschlicher Leistung. Seine Natur war immer friedlich und er war nicht der Typ Mensch, der als kampforientierter Angreifer zu bezeichnen gewesen wäre. Er war immer bei klarem Bewusstsein und kühlem Kopf, diese Eigenschaften führten ihn bei allen seinen Handlungen und Tätigkeiten.

Er hätte nie irgendwelche Drogen konsumiert, ich selbst habe ihn nie alkoholisiert erlebt in den 37 jahren in denen ich ihn kannte. Er war immer bestrebt und auch in der Lage zielorientiert zu handeln, wenn um ihn herum großes Chaos und Panik herrschte.

Er war auch kein Großmaul der besonders laute Töne machte wenn sich etwas besonderes ereignete. Er hätte sicherlich nicht voller Stolz gejubelt bei der Vernichtung des Gegners, er hätte immer auch an die andere Seite gedacht: Jeder Besiegte ist ein Opfer und er selbst hätte auch besiegt werden können.

So ist es ihm schließlich wenig später ergangen, am 24.08.1944, am 19.04.1945 und bei weiteren Situationen in seinem Leben. Das ist sicher der Grund warum er mir nie von den Ereignissen des 29.04.1944 erzählt hat. Ich bin mir heute ziemlich sicher er hätte mir alles erzählt, wenn ich ihn danach gefragt hätte. Doch damals wußte ich nicht über diese Angelegenheit, deshalb kam es nie zu einem Gespräch darüber.

Eine kleine Anekdote noch, denn seinen inneren Stolz hatte er sich immer bewahrt: Einmal hat er mir erzählt, wenn Hitler zu seinen Wehrmachtsangehörigen gesprochen hat, begann er seine Rede mit den Worten: Soldaten von Heer und Luftwaffe, -Männer der Marine… Erklärend sei gesagt mein Vater war kein klassischer Nazi und er war kein Parteimitglied, die Worte des Führers aber hatten bei den jungen Männern starke Wirkung. Im Endeffekt für jeden Soldaten eine Gratwanderung den eigenen guten Charaktereigenschaften zu folgen, oder dem vom derzeit politischen System erzeugten Hordeneffekt zu folgen (Propaganda!).

Willi Küllertz


Text from Willi Küllertz

Humans and dilemma (free translation)

For a better understanding I would like to express myself in a few sentences about the character of my father.

My father was a very frugal and modest person. Although he had his pride, it was based on human qualities and on human performance. His nature was always peaceful, and he was not the type of person who would have been a combat-oriented attacker.

He had always a clear mind and was cool headed. These traits of characters led him in all his actions and activities. He never consumed any drugs, and I never saw him drunk in the 37 years I knew him. He was always eager and able to act purposefully when there was great chaos and panic around him. He was soft spoken and never shouted when something special happened.

He would certainly not have been proud in annihilating the enemy, he would have always thought of the other side as well: every defeated one is a victim and he himself could have been defeated. This is what happened to him a little later, on August 24, 1944, and April 19, 1945, and in other situations in his life.

That is certainly the reason why he never told me about the events of April 29, 1944.
I’m pretty sure today he would have told me everything if I had asked him, but then I did not know about this matter, so there was never a conversation about it.

A small anecdote, because he had always preserved his inner pride: Once he told me that when Hitler spoke to his members of the military, he began his speech with these words: soldiers of army and air force, men of the navy… To explain, my father was not a classic nazi and he was not a party member, but the leader’s words had a strong effect on the young men. In the end, for each soldier a tightrope walk either to follow their own good character traits or the current political system (propaganda!).

Willi Küllertz


Texte de Willi Küllertz (traduction libre)

L’homme et le dilemme –
Pour mieux comprendre, je voudrais écrire quelques phrases sur le caractère de mon père : Comme je l’ai déjà dit, c’était une personne très frugale et modeste.

Bien qu’il ait eu sa fierté, elle était basée sur les qualités humaines et l’accomplissement humain. Il était toujours d’une nature paisible et il n’était pas le genre de personne qu’on pourrait appeler un attaquant axé sur le combat. Il était toujours avec la conscience claire et la tête froide, ces qualités l’ont guidé dans toutes ses actions et ses activités.

Il n’a jamais consommé de drogue, je ne l’ai jamais vu ivre une seule fois dans les 37 ans que je l’ai connu. Il était toujours prêt et capable d’agir avec détermination quand il y avait du chaos et de la panique autour de lui. Il n’était pas non plus une grande gueule. Il ne parlait pas fort quand quelque chose de spécial arrivait.

Il n’aurait certainement pas applaudi avec fierté en tuant son adversaire, il aurait toujours pensé à l’autre camp : chaque vaincu est une victime et lui-même aurait pu être vaincu.
C’est ce qui lui est arrivé un peu plus tard, le 24 août 1944, le 19 avril 1945 et dans d’autres situations de sa vie. C’est certainement la raison pour laquelle il ne m’a jamais parlé des événements du 29 avril 1944. Je suis presque sûr qu’aujourd’hui, il m’aurait tout raconté si je lui en avais parlé. Mais à l’époque, je n’étais pas au courant de cette affaire, donc il n’y a jamais eu de conversation à ce sujet.

Une petite anecdote comme mot de la fin parce que mon père avait toujours gardé sa fierté intérieure : Un jour, il m’a dit que quand Hitler parlait aux membres de la Wehrmacht, il commençait son discours par les mots : soldats de l’armée et de l’aviation, hommes de la marine… Pour expliquer, mon père n’était pas un nazi classique et il n’était pas membre du parti, mais les paroles du Führer ont eu un fort effet sur les jeunes hommes. En fin de compte, c’était une marche sur la corde raide pour chaque soldat pour soit suivre ses propres traits de caractère ou suivre l’effet de hordes créé par le système politique actuel (propagande !).

Willi Küllertz

Les souvenirs de guerre d’un marin allemand – Chapitre six

De retour dans son pays natal, Wilhelm travailla dans diverses entreprises comme serrurier. La guerre a été perdue, tout comme son projet d’obtenir un diplôme technique dans la marine. Il n’avait pas d’Abitur*, et les temps n’étaient pas si favorables lors des premières années de son retour pour reprendre ce plan.

Note
Abitur signifie niveau secondaire pour continuer et étudier dans une université en Allemagne. L’Abitur est la remise des diplômes d’un lycée, un lycée allemand.

Après son travail quotidien, il alla à l’école du soir et le 13 Décembre 1957, il reçut son examen de maîtrise en génie mécanique. Il disait souvent : “Si nous n’avions pas perdu la guerre, aujourd’hui j’aurais pu ou mieux réussi à étudier et à terminer l’université avec un diplôme académique d’ingénieur technique qui m’aurait été pleinement reconnu.

Chapter 6.1

Certificat de maître-artisan de Wilhelm Küllertz
(collection personnelle de Wilhelm Küllertz)

En 1955 et 1956, ses deux parents décédèrent, et il hérita de la maison de ses parents. Il dût payer ses deux sœurs en conséquence. C’est ainsi qu’il décida en 1958 et 1959 de partir à l’étranger, où il fit en peu de temps plus d’argent qu’en Allemagne. En Colombie, il travailla chez Pizano Triplex y Madeiras, un grand fabricant de matériaux à base de bois à Barranquilla, en tant que responsable de la maintenance de l’atelier. En 1960, il retourna en Allemagne. Il trouva du travail chez Kleibaumhüter Maschinenbau à Wiedenbrück.

Après le décès du propriétaire en 1961, il a pris la relève avec son ami et collègue Willi Stemick et fonda sa propre entreprise “Küllertz & Stemick – Construction mécanique et tournage” à Wiedenbrück.

En 1962, il fonda sa propre famille. Il épousa Elisabeth née Ewers. La famille eut deux fils.

Chapter 6.2

Wilhelm Küllertz env. 1955 – 1960 (collection personnelle de Wilhelm Küllertz)

Pour des raisons de santé, après une grave opération, il a eu une attaque cérébrale. A l’époque, les deux fils étaient encore trop jeunes et n’étaient pas encore suffisamment qualifiés pour reprendre l’entreprise telle qu’il était initialement prévue.

Son partenaire Willi Stemick, qui avait environ 10 ans de plus, était à la retraite depuis plusieurs années. La société fut fermée en 1988. En tant que retraité, Wilhelm Küllertz souvent exprima le souhait de retourner en France, où il avait été en captivité. Il espérait encore revoir quelqu’un de la famille avec qui il avait passé une partie de sa vie.

Son souhait se serait probablement réalisé. Il avait encore beaucoup de projets en tant que retraité. Un tel voyage ne se fit jamais, car Wilhelm Küllertz décéda le 15 septembre 2000. Sa nature humaine directe, honnête, travailleuse et aimable fut ce qu’il l’a toujours distingué. Avec ceux qui l’ont connu, il a laissé de nombreux souvenirs inoubliables. La famille Fauré-Roux se souvient encore très bien de lui.

Chapter 6.3

Wilhelm Küllertz comme retraité environ. 1995 – 2000 (collection privée de l’auteur)

Willi Küllertz, fils de Wilhelm Küllertz

Les souvenirs de guerre d’un marin allemand – Chapitre cinq

A partir des équipages restants des deux navires coulés, le bataillon naval “Narvik” a été formé peu de temps après et il était cantonné dans la forteresse Gironde-Sud. C’était un soutien bienvenu pour les unités qui étaient là. Le quartier général du bataillon était situé à Saint-Vivien et la tâche de l’unité était de surveiller le périmètre de la forteresse par plusieurs points de blocage. C’est ainsi que Wilhelm Küllertz devint malgré lui, comme ses camarades, un fantassin à partir de ce moment-là, ce qui était très dangereux.

Pour la plupart, la forteresse a été épargnée par les combats. Cependant, les attaques ciblées de FFI posaient un problème majeur. Les combattants du FFI n’étaient pas reconnaissables comme tels, puisqu’ils ne portaient pas d’uniforme. N’importe quel civil aurait pu être un combattant du FFI et représenter un danger potentiel. Les attaques des FFI étaient extrêmement redoutées.

Le deuxième problème majeur dans la forteresse était l’approvisionnement insuffisant en nourriture pour les troupes. Parfois, cependant, il y avait des moyens d’obtenir de la nourriture. Il a été rapporté qu’une nuit, dans une action bien planifiée, une vache a été attrapée dans la prairie et abattue.

L’existence de la forteresse se prolongea donc jusqu’à la mi-avril 1945, lorsque les troupes de libération françaises du colonel Milleret prirent d’assaut la forteresse. Soudain, tout est allé très vite et chaque jour fut marqué par des combats constants. Les forces terrestres françaises reçurent le soutien des bombardiers américains. C’était la première fois que le napalm était utilisé massivement pour déloger les derniers restes des défenseurs allemands et les tuer.

Chapter 5.1

Chapter 5.2

Notification officielle de l’endroit où se trouve le soldat sur la ligne de front – au-dessus l’enveloppe et au-dessous le contenu (de la collection personnelle de Wilhelm Küllertz)

Lors de ces vagues d’attaques, Wilhelm Küllertz se trouvait près de Saint-Vivien. Il fut impliqué dans un combat au corps à corps avec un soldat américain à la peau foncée. Dans ce combat – homme contre homme – cet attaquant voulait le poignarder avec sa baïonnette. Wilhelm stoppa l’attaque en réagissant avec un mouvement de défense. Au lieu d’être tué, il a finalement pu s’échapper. Seule une cicatrice permanente sur son annulaire lui rappelait chaque jour cet incident mineur.

Selon les informations de WAST*, il aurait été capturé le 19 avril 1945 près du Verdon.

NOTE
WAST signifie Wehrmachtsauskunftsstelle qui est une agence fédérale allemande officielle à Berlin pour documenter l’histoire des soldats de la Seconde Guerre mondiale avec tout type de documents et rapports.

Chapter 5.3

Le premier signe de vie à partir d’octobre 1945 comme prisonnier de guerre dans le camp 184 Soulac – recto et verso (de la collection personnelle de Wilhelm Küllertz)

Chapter 5.4

Une deuxième carte après un autre semestre d’incertitude – recto et verso (de la collection personnelle de Wilhelm Küllertz)

D’abord, Wilhelm Küllertz a passé environ la première année de sa carrière de prisonnier de guerre dans le dépôt PG 184 à Soulac. Ses tâches comprenaient, entre autres, le déboisement et le défrichage des forêts, la construction de maisons en bois et d’autres bâtiments, ainsi que la recherche et le désamorçage des mines. Selon ses récits, les démineurs avaient le taux le plus élevé de blessés et de morts parmi les prisonniers de guerre. Selon ses récits, souvent, seulement 8 personnes sur 10 revenaient au camp l’après-midi d’une opération de déminage. Les accidents mortels étaient fréquents chez les démineurs. Il eut de la chance et n’eut pas d’accident. Il a également fait état de la mauvaise situation de l’approvisionnement en nourriture.

Selon ses récits, les gardes (pour la plupart des soldats coloniaux français), presque tous les jours, avant l’appel du matin, devaient procéder à l’enlèvement des cadavres des prisonniers de guerre qui étaient morts la nuit précédente. Ils étaient morts soit par manque de nourriture, soit à cause de maladies infectieuses qui sévissaient dans le camp. Les conditions sanitaires dans le camp étaient extrêmement mauvaises, associées à la faim et aux conditions sanitaires, ce qui était un bon terrain propice à la mort.

Chapter 5.7

Difficile à croire : Wilhelm Küllertz comme prisonnier de guerre. Visiblement émacié et carrément déformé, probablement à cause de la malnutrition et de l’épuisement physique (source : famille Fauré-Roux).

Mais le destin serait bon pour Wilhelm. Il eut de la chance et put enfin quitter le camp. Dès lors, il travailla comme ouvrier sur la ferme du vigneron Albert Fauré-Roux à St-Gaux près de St-Germain d’Estuil. Ses tâches consistaient à s’occuper du bétail, à travailler dans les vignes et à s’occuper de tout le travail qui devait être fait. Bien qu’il fût prisonnier de guerre allemand, il ne fallut pas longtemps pour pratiquement faire partie de la famille. Son patron Albert Fauré-Roux avait été dans la même situation pendant la Première Guerre mondiale. Selon sa belle-fille, il avait été prisonnier de guerre français, travaillant pour un fermier allemand. C’est pour ça qu’il savait à quel point il était important d’être juste et correct avec Wilhelm.

Wilhelm Küllertz jouissait de nombreuses libertés à la ferme. Il gagnait donc régulièrement de l’argent de poche, par exemple pour boire une bière dans le village le dimanche. Son patron avait souvent de bonnes intentions. Régulièrement, Wilhelm buvait quelques bouteilles de vin qu’Albert lui donnait. Albert disait toujours que Wilhelm devait garder le rouge pour lui et le boire lui-même, car ce serait bon pour sa santé. Il ferait mieux d’échanger le vin blanc contre des cigarettes, car le vin blanc fait trembler les doigts de toute façon.

Wilhelm a appris à travailler dans le vignoble, mais il a aussi enseigné à Albert beaucoup de choses techniques et comment garder le cheval pendant qu’on le ferrait. Le patron ne connaissait que la vigne. Le travail dans les vignes était dirigé par les étoiles, et quand il y avait une pleine lune il n’y avait pas de travail comme couper des vignes ou quelque chose comme ça.

Bref, le patron et son prisonnier de guerre allemand étaient mutuellement bénéfiques l’un pour l’autre.

Les parents d’Albert n’étaient pas prêts à vivre sous le même toit qu’un prisonnier de guerre allemand, alors il a fallu construire un nouveau bâtiment. Construire cette maison était l’une des tâches que Wilhelm devait aider. Pendant la construction d’une extension de la nouvelle maison, il dût vivre dans un ancien bâtiment de l’autre côté de la rue, dans une pièce séparée, qui est encore utilisée aujourd’hui comme bureau. Au lieu de l’eau courante, il avait une fontaine dans l’ancien bâtiment, directement dans la cour devant la maison.

Chapter 5.8

L’ancienne résidence du domaine agricole de St-Gaux, à l’été 2018.

Le prisonnier de guerre allemand était logé dans un grenier (de la collection personnelle de Wilhelm Küllertz).

Chapter 5.9

L’ancienne fontaine de la cour existe toujours, aujourd’hui inutilisée (collection personnelle de Wilhelm Küllertz).

Chapter 5.10

C’est dans ce grenier que vivait le prisonnier de guerre. Aujourd’hui, la pièce sert de bureau. Sur la photo, Mme Claudie Fauré-Roux, belle-fille du patron Albert (collection personnelle).

Wilhelm Küllertz et Denis Fauré-Roux, le fils d’Albert, étaient également très proches. Denis est né en 1944. Le petit garçon de l’époque pensait que le prisonnier de guerre allemand était un grand frère. Denis est décédé en 2010 à l’âge de 66 ans. Pendant toutes ces années, il a gardé de bons souvenirs de son grand ami Wilhelm, appelé Willi. Denis racontait souvent à sa famille les bons moments qu’il avait passés avec son ami, de sorte que la famille connaissait beaucoup d’histoires et de détails de cette grande amitié. Dans les premières années qui suivirent le retour de Wilhelm en Allemagne, il y avait encore une correspondance régulière.

Mais avec le temps, ce contact a cessé. Les raisons en sont encore inconnues. On avait alors supposé au fil des ans que Wilhelm Küllertz serait mort dans un accident d’avion. Mais c’était complètement différent.

Wilhelm Küllertz est resté prisonnier de guerre à la ferme jusqu’à la fin de 1948, et il n’est rentré en Allemagne qu’à Noël 1948. Alors qu’il n’avait que 17 ans, il a quitté la maison de ses parents et est parti à la guerre. Ainsi, pendant plus de 6 ans, il a eu les plus belles années de sa vie loin de sa patrie, et a été capturé dans une guerre. Wilhelm a dû s’enrôler dans la marine au lieu de s’enrôler dans l’armée et d’être une chair à canon sur le front est en Russie.

Chapter 5.11

Lettre du 11 décembre 1948 après son arrivée au domicile – recto (Source : Famille Fauré-Roux)

Chapter 5.12

Lettre du 11 décembre 1948 après son arrivée chez lui – verso (Source : Famille Fauré-Roux)

Chapter 5.13

Lettre du 10 juillet 1949 – recto (Source : Famille Fauré-Roux)

Chapter 5.14

Lettre du 10 juillet 1949 – verso (Source : Famille Fauré-Roux)

Chapter 5.15

Denis Fauré-Roux, fils unique d’Albert et de sa femme
(source : famille Fauré-Roux)

A German Sailor’s Story – Chapter Six

Back in his home country, Wilhelm had worked in various companies as a locksmith. The war was lost and so was his plan about the navy to complete a technical degree. He did not have Abitur*, and the times were not so favorable in the early years to resume this plan.

Note
Abitur means high school grade to continue and study on in an university in Germany. Abitur is the graduation of a Gymnasium, a German grammar school.

After his daily work he went to evening school and on 13th of December 1957 he received his master examination in mechanical engineering. He often said, “If we had not lost the war, today I would have been able or in a better condition to have studied and finished the university with an academic degree in technical engineering will full recognition.

Chapter 6.1

Master craftsman’s certificate from Wilhelm Küllertz
(from the personal collection of Wilhelm Küllertz)

In 1955 and 1956 both his parents had died, and he inherited his parents’ home. He had to pay out his two sisters accordingly. So he decided in 1958 and 1959 to go abroad, where currently in a short time more money than in Germany. In Colombia he worked at Pizano Triplex y Madeiras, a large manufacturer of wood-based materials in Barranquilla, as the workshop maintenance manager. In 1960 he was then back again in Germany. He found work at Kleibaumhüter Maschinenbau in Wiedenbrück.

After the death of the owner in 1961 he took over with his friend and colleague
Willi Stemick and started the business and founded his own company “Küllertz & Stemick – Mechanical Engineering and Turning” in Wiedenbrück.

In 1962 he founded a family of their own. He married his wife Elisabeth née Ewers. The family has two sons.

Chapter 6.2

Wilhelm Küllertz approx. 1955 – 1960 (from the personal collection of Wilhelm Küllertz)
For health reasons, after a serious operation he got a stroke. At the time, the two sons were still too young and not yet sufficiently qualified to take over the business as it was originally planned.

His partner Willi Stemick, who was about 10 years older, had been in retirement for several years. The company was closed in 1988. As a pensioner Wilhelm Küllertz often expressed the wish to go to France again, where he had been in captivity. He was still hoping to see again someone from the family with whom he had spent part of his life.

His wish would probably have come true. He still had many plans as a pensioner. Plans for such a trip did not come because on September 15th, 2000 Wilhelm Küllertz died. His straightforward, honest, industrious and kind human nature has always distinguished him. With those who knew him, he left many lasting memories. He is still very well remembered by Fauré-Roux family.

Chapter 6.3

Wilhelm Küllertz as a pensioner approx. 1995 – 2000 (from author’s private collection)

Willi Küllertz, son of Wilhelm Küllertz

A German Sailor’s Story – Chapter Five

From the remaining crews of both sunken ships, the naval battalion “Narvik”, was formed shortly after and it was located in the Gironde-Sud fortress. This was a welcomed support to the units who were there. The Battalion headquarters was located in St-Vivien and the task of the unit was to monitor of the perimeter of the fortress by several blocking points. Thus unintentionally Wilhelm Küllertz became like his comrades a foot soldier from then on which was quite dangerous.

For the most part, the fortress was spared fighting. However targeted attacks by FFI pose a major problem. The FFI fighters were not recognizable as such, since they did not wear a uniform. Any civilian could have been a FFI fighter and be a potential danger. FFI attacks were extremely feared.

The second major problem in the fortress was the inadequate supply of food for the troops. Sometimes, however, there were ways that get food. It has been reported that one night, in a well planned action a cow was caught in the meadow and slaughtered.

So the fortress existence dragged on until mid April 1945, when the French liberation troops under colonel Milleret stormed the fortress. Suddenly everything went very fast and every day was marked by constant fighting. The French ground forces received support from US bombers. It was the first time napalm was used massively to dislodge the last remnants of German defenders and killed them.

Chapter 5.1

Chapter 5.2

Formal notification of the soldier’s whereabouts on the front line – above the envelope, and below the content (from the personal collection of Wilhelm Küllertz)

During these waves of attacks, Wilhelm Küllertz was near St. Vivien. He was involved in hand-to-hand combat with a dark-skinned US soldier. In this fight – man against man – this attacker wanted to stab him with his bayonet. Wilhelm stopped the attack by reacting with a defence movement. Instead of being killed he was finally able to escape. Only a permanent scar on his ring finger reminded him every day of this minor incident. According to WAST* information, he was captured on the 19th of April, 1945 near Le Verdon.

NOTE
WAST means Wehrmachtsauskunftsstelle which is an official German federal agency in Berlin to explore the history of WWII soldiers with any kind of documents and reports.

Chapter 5.3

The first sign of life from October 1945 as prisoner of war in the camp 184 Soulac – front and back (from the personal collection of Wilhelm Küllertz)

Chapter 5.4

A second card after another half year of uncertainty – Front and back (from the personal collection of Wilhelm Küllertz)

First, Wilhelm Küllertz spent about the first year of his time as a prisoner of war in the PG Depot 184 in Soulac. His duties there included, among other things, were deforestation and forest clearing work, the construction of wooden houses and other buildings and searching and defusing mines. According to his accounts, the minesweepers had the highest rate of injured and dead prisoners of war. According to his accounts, often only 8 out of 10 people came back to the camp in the afternoon from a mine-clearing operation. Accidents causing deaths were common among mine sweepers. He was lucky and he remained accident-free. Also he reported about the bad food supply situation.

According to his accounts, the guards (mostly French colonial soldiers) almost daily, before the morning roll call, had to carry out the dead bodies of the prisoners of war who had died the night before. They either had died for lack of food or from infectious diseases that were prevalent in the camp. The sanitary conditions in the camp were extremely poor, paired with hunger and deprivation, which was a good breeding ground for death.

Chapter 5.7

Hard to believe: Wilhelm Küllertz as a prisoner of war. Visibly emaciated and downright deformed, probably due to malnutrition and physical exhaustion (source: Fauré-Roux family).

But fate would be good to Wilhelm. He was lucky and could finally leave the camp. From then on he served as a laborer on the farm of the winegrower Albert Fauré-Roux in St-Gaux near St-Germain d’Estuil. His duties there were about taking care of cattle, working in the vineyards and taking care of all the work that had to be done. Although he was a German prisoner of war it did not take long to practically became part of the family. His patron Albert Fauré-Roux had been in the same predicament in World War I. According to his daughter-in-law, he had been as a French prisoner of war working for a German farmer. So this is why he probably knew how important it was to be fair and decent with Wilhelm.

Wilhelm Küllertz enjoyed many freedoms on the farm. So regularly he got pocket money, for example to drink a beer in the village on Sundays. His patron often meant well with him. Regularly he had a few bottles of wine that Albert gave him. Albert always said that Wilhelm should keep the red one for himself and drink it himself, because it would be good for his health. He should better exchange the white wine for cigarettes because white wine makes shaky fingers anyway.

Wilhelm learned about working in the vineyard, but he also taught Albert about many technical things or how to keep the horse during shoeing horseshoes or other general choirs. The patron just knew about vineyards. Working in the vineyards was directed by the stars, and when there was a full moon no work like cutting vines or something like that was done in the vineyards.

In short, the patron and his German prisoner of war were mutually beneficial to each other.

Albert’s parents were not ready to live under one roof with a German war prisoner, so a new building had to be built. Building this house was one of the jobs Wilhelm had to assist and help. Also during the building of an extension to the new house, he had to live in an old building on the other side of the street in a separate room, which is still used today as an office. Instead of running water, he had a fountain in the old building directly in the courtyard in front of the house.

Chapter 5.8

The old residence of the agricultural estate in St-Gaux, in the summer of 2018.

The German prisoner of war was housed in an attic (from the personal collection of Wilhelm Küllertz).

Chapter 5.9

The old fountain in the courtyard still exists, today no longer in operation (from the personal collection of Wilhelm Küllertz)

Chapter 5.10

It’s in this attic that the prisoner of war was living. Today the room serves as an office. On the photo is Mrs. Claudie Fauré-Roux, daughter-in-law of Patron Albert (from a personal collection)

There was also a close friendship between Wilhelm Küllertz and Denis Fauré-Roux, Albert’s son. Denis was born in 1944. The little boy of that time felt that the German war prisoner was a great strong brother. Denis died in 2010 at the age of 66. For all those years he had fond memories of his great friend Wilhelm, called Willi. Denis often told his family about the great time he had with his friend so the family knew many stories and details of this great friendship. In the first few years after Wilhelm’s return to Germany there was still regular correspondence.

But over time this contact stopped. The reasons are still not known. One had then assumed over the years that Wilhelm Küllertz would have died in a plane crash. But it was completely different.

Wilhelm Küllertz remained a prisoner of war on the farm until almost the end of 1948, and he wasn’t back home in Germany until Christmas 1948. When he was just 17 years-old when he left his parents’ home and went to war. So for more than 6 years he had had the most beautiful years of his life far away from his homeland, and was captured in a war. Wilhelm had to join the navy instead of joining the army and be a cannon fodder in the Eastern front in Russia.

Chapter 5.11

Letter of 11 December 1948 after his arrival at home – front (Source: Family Fauré-Roux)

Chapter 5.12

Letter of 11 December 1948 after his arrival at home – backside (Source: Family Fauré-Roux)

Chapter 5.13

Letter of 10 July 1949 – backside (Source: Family Fauré-Roux)

Chapter 5.14

Letter of 10 July 1949 – front page (Source: Fauré-Roux family)

Chapter 5.15

Denis Fauré-Roux, the only child of Albert and his wife
(source: Fauré-Roux family)

Erinnerungen an den Krieg eines Matrosen – Sechs Kapitel

Wieder in der Heimat angekommen war er in verschiedenen Unternehmen als Schlosser tätig. Der Krieg war verloren und so auch sein Plan über die Kriegsmarine ein technisches Studium zu absolvieren. Abitur hatte er nicht, und die Zeiten waren in den ersten Jahren nicht so günstig um diesen Plan wiederaufzunehmen. Er ging dann nach Feierabend zur Abendschule und legte am 13. Dezember 1957 seine Meisterprüfung im Maschinenbauer-Handwerk ab. Oft sagte er „Hätten wir den Krieg nicht verloren, könnte ich heute Ingenieur sein!“

 

Meisterbrief von Wilhelm Küllertz (aus Privatbesitz)

 

In den Jahren 1955 und 1956 waren seine Eltern verstorben, und er erbte sein Elternhaus. Seine beiden Schwestern musste er entsprechend auszahlen. So entschloss er sich 1958 und 1959 ins Ausland zu gehen, wo derzeit in kurzer Zeit mehr Geld zu verdienen war als in Deutschland. In Kolumbien arbeitete er bei Pizano Triplex y Madeiras, einem großen Holzwerkstoffhersteller in Barranquilla als Werkstattleiter in der Instandhaltung. 1960 war er dann wieder zurück in Deutschland. Arbeit fand er bei Fa. Kleibaumhüter Maschinenbau in Wiedenbrück. Nach dem Tode des Inhabers übernahm er 1961 mit seinem Freund und Kollegen Willi Stemick den Betrieb und gründete sein eigenes Unternehmen „Küllertz & Stemick – Maschinenbau und Dreherei“ in Wiedenbrück. 1962 gründete er eine eigene Familie. Er heiratete seine Frau Elisabeth geb. Ewers. Die Familie hat zwei Söhne.

Wilhelm Küllertz ca. 1955 – 1960 (aus Privatbesitz)

Aus gesundheitlichen Gründen konnte er nach einer schweren Operation und einem Hirninfarkt sein Unternehmen nicht mehr weiterführen. Die Söhne waren zu diesem Zeitpunkt für eine Übernahme noch zu jung und in ihrer Berufslaufbahn leider noch nicht so weit vorbereitet den Betrieb übernehmen zu können wie ursprünglich geplant. Sein Kompagnon Stemick war schon seit mehreren Jahren im Altersruhestand. Das Unternehmen wurde 1988 geschlossen. Als Rentner hat Wilhelm Küllertz oft den Wunsch geäußert mal wieder da hin zu fahren, wo er im Krieg und in der Gefangenschaft war. Er hoffte noch jemanden von der Familie wiedersehen zu können, bei der er einen Teil seines Lebens verbracht hatte. Wahrscheinlich wäre sein Wunsch auch in Erfüllung gegangen, denn er hatte schon noch so einiges vor als Rentner. Zu detaillierten Planungen zu einer solchen Reise kam es leider nicht mehr. Am 15.September 2000 verstarb Wilhelm Küllertz nach einem Krankenhausaufenthalt plötzlich und unerwartet.Seine geradlinige, ehrliche,

fleißige und liebenswürdige menschliche Art hat ihn stets ausgezeichnet. Bei denen die ihn kannten, hat er viele bleibende Spuren hinterlassen. Er ist bis heute in sehr positiver Erinnerung bei Familie Fauré-Roux geblieben.

 

Wilhelm Küllertz als Pensionär ca.  1995 – 2000 (aus Privatbesitz)

Willi Küllertz

Erinnerungen an den Krieg eines Matrosen – Fünftes Kapitel

Damit war Wilhelm Küllertz wie seine Kameraden ungewollt zu einem Landsoldaten geworden.

Größtenteils blieb die Festung von Kampfhandlungen verschont. Allerdings stellten gezielte Angriffe der FFI ein großes Problem dar. Die FFI-Kämpfer waren nicht als solches zu erkennen, da sie keine Uniform trugen und laut Schilderungen ihre Aktionen hinterhältig wie Partisanen durchführten. Jede Zivilperson hätte dementsprechend also ein FFI-Kämpfer sein können von dem potentielle Gefahr ausgeht. Angriffe der FFI waren extrem gefürchtet.

Das zweite große Problem in der Festung war die unzureichende Versorgung der

Truppen mit Lebensmitteln. Manchmal gab es jedoch Mittel und Wege die

Versorgungslage zu verbessern: Überliefert ist, dass in einer Nacht- und Nebelaktion mit vereinten Kräften eine Kuh aus dem Vorfeld zu Schlachtzwecken organisiert wurde.

So zog sich das Festungsdasein bis Mitte April 1945, als die französischen Befreiungstruppen unter Oberst Milleret die Festung stürmten. Plötzlich ging alles sehr schnell und jeder Tag war durch dauernde Kampfhandlungen gezeichnet.

Die französischen Bodentruppen erhielten Unterstützung durch US-amerikanische Bomberverbände. Dabei kam es erstmals zum massiven und flächendeckenden Einsatz von Napalm, um die Reste der deutschen Verteidiger flächendeckend auszulöschen und damit zu vernichten.

Formelle Benachrichtigung einer Dienststelle über den Verbleib des Soldaten an der Front .- oben der Briefumschlag, unten der Inhalt (aus Privatbesitz)

Während dieser Angriffswellen wurde Wilhelm Küllertz in der Nähe von St. Vivien in einen Nahkampf mit einem dunkelhäutigen Befreiungssoldaten verwickelt. In diesem Kampf – Mann gegen Mann – wollte ihn dieser Gegner mit dem aufgepflanzten Seitengewehr erstechen. Der Angriff konnte durch eine

Reflexbewegung abgewehrt werden. Anstelle größeren Unheils gelang die Flucht. Lediglich eine bleibende Narbe am Ringfinger erinnerte ihn täglich an diesen für ihn glimpflich ausgegangenen Zwischenfall. Gemäß WAST-Auskunft geriet er am 19.04.1945 bei Le Verdon in Kriegsgefangenschaft.

WAST bedeutet Wehrmachtsauskunftsstelle, die als offizielle Bundesagentur in Berlin die Geschichte der Soldaten des Zweiten Weltkriegs mit Dokumenten und Berichten aller Art untersucht.

Das erste Lebenszeichen von Oktober 1945 aus der Kriegsgefangenschaft

als PG im Lager 184 Soulac – Vorder- und Rückseite (aus Privatbesitz)

Eine zweite Karte nach einem weiteren halben Jahr der Ungewissheit

– Vorder- und Rückseite (aus Privatbesitz)

Zunächst verbrachte er etwa das erste Jahr seiner Kriegsgefangenenzeit im PGDepot 184 in Soulac. Zu seinen Aufgaben dort gehörten u. a. Rodungs- und Waldaufräumarbeiten, der Bau von Hölzhäusern und anderen Gebäuden sowie das Suchen und Entschärfen von Minen. Laut seinen Angaben gab es dabei die moisten Verletzten und Toten. Seinen Schilderungen nach kamen oft nur 8 von 10 Personen eines Minenräumtrupps nachmittags wieder zurück in das Lager. Unfälle mit Toten gab es häufig bei den Minensuchern. Er hatte Glück und blieb unfallfrei. Ebenfalls berichtete er von der schlimmen Versorgungslage mit Lebensmitteln. Seinen Aussagen nach musste das Bewachungspersonal (zumeist französische Kolonialsoldaten) fast täglich vor dem Morgenappell die Leichen der während der Nacht verstorbenen Kameraden raustragen. Sie waren entweder aus Mangel an Ernährung oder an den Folgen der im Lager herrschenden Infektionskrankheiten gestorben. Die hygienischen Bedingungen im Lager waren extrem schlecht, -gepaart mit Hunger und Entbehrung ein guter Nährboden für den Tod.

Kaum zu glauben: Wilhelm Küllertz als Kriegsgefangener. Sichtlich abgemagert und regelrecht entstellt, wahrscheinlich durch Unterernährung und körperlicher Auszehrung (Quelle: Familie Fauré-Roux).

Doch das Schicksal sollte es gut mit ihm meinen. Er hatte Glück und konnte das Lager verlassen. Fortan diente er als Arbeitskraft auf dem Hof des Weinbauern Albert Fauré-Roux in St. Gaux bei St. Germain d’Estuil. Seine Aufgaben dort waren vielfältig: Er kümmerte sich um das Vieh, arbeitete auf den Weinfeldern und erledigte alle anfallenden Arbeiten. Obwohl er ein PG war dauerte es nicht lange, und er gehörte quasi mit zur Familie. Sein Patron Albert Fauré-Roux hatte es nach dem ersten Weltkrieg andersherum erfahren, er war (lt. Aussagen seiner noch lebenden Schwiegertochter) als französischer Kriegsgefangener bei einem deutschen Bauern, daher wusste er wahrscheinlich wie wichtig es ist ordentlich miteinander umzugehen.

Wilhelm Küllertz genoss viele Freiheiten auf dem Hof. So bekam er regelmäßig Taschengeld um z. B. am Sonntag im Dorf beim Frühschoppen ein Bier trinken zu können. Sein Patron meinte es oft gut mit ihm. Regelmäßig hat er ein paar Flaschen Wein von ihm bekommen. Dabei sagte er immer den Roten solle er für sich behalten und selber trinken, das wäre gut für seine Gesundheit. Den Weißwein solle er lieber irgendwo gegen Zigaretten tauschen, er mache sowieso nur zittrige Finger.

Viele dieser uralten überlieferten Erfahrungswerte wurden so an den PG weitergegeben. Der Patron kannte sich eben aus auf seinem Gebiet. Ebenso ist überliefert dass sich die Arbeit auf den Weinfeldern nach den Gestirnen richtete und dass z. B. bei Vollmond keine Arbeiten auf den Weinfeldern wie Reben schneiden oder ähnliches verrichtet wurden. Kurzum, der Patron und sein PG haben wechselseitig voneinander profitiert.

Da die Eltern von Albert auf Dauer nicht mit einem PG unter einem Dach lebenwollten, musste ein neues Wohngebäude errichtet werden. Dieses Haus hat Wilhelm Küllertz entsprechend zwangsläufig mitgebaut. Auch bei der Errichtung eines Erweiterungsbaues des neuen Hauses war er beteiligt. Dafür hatte er im Altbau, auf der anderen Straßenseite eine eigene Kammer für sich, die heute noch als Büro genutzt wird.

Anstelle fließenden Wassers hatte er am Altbau einen Brunnen direkt im Hof vor dem Haus.

Das alte Wohnaus des landwirtschaftlichen Anwesen in St. Gaux, im Sommer 2018.

Der PG war in einer Dachkammer untergebracht (aus Privatbesitz).

Der alte Brunnen im Hof existiert noch immer, heute nicht mehr in Betrieb (aus Privatbesitz)

In dieser Dachkammer war der PG untergebracht, Heute dient der Raum als Büro. Auf dem Foto zu sehen ist Mme. Claudie Fauré-Roux, Schwiegertochter von Patron Albert (aus Privatbesitz)

Eine dicke Freundschaft bestand auch zwischen Wilhelm Küllertz und Denis Fauré-Roux, dem Sohn von Albert, geboren 1944. Zwischen beiden entwickelte sich eine innige Beziehung und das kleine Kind von damals empfand den PG als einen großen starken Bruder. Denis verstarb im Jahre 2010 im Alter von nur 66 Jahren. Über all die Jahre hatte er von seinem großen Freund Willi geschwärmt. Seiner Familie gegenüber hat Denis oft und gerne von seiner Zeit mit ihm erzählt, und seine Familie wiederum kennt deshalb diese Geschichte und so manche überlieferte Erzählung dieser Freundschaft sehr genau. In den ersten Jahren nach seiner Heimkehr bestand noch ein beiderseitiger Briefverkehr, der den Kontakt aufrechterhielt. Dieser Kontakt kam aber im Laufe der Zeit zum Erliegen. Die Gründe dafür sind bis heute nicht bekannt. Man war dann über die Jahre davon ausgegangen Wilhelm Küllertz würde nicht mehr leben, da er bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Doch es war alles ganz anders. Er blieb also bis fast Ende 1948 Kriegsgefangener auf dem Hof und war erst Weihnachten 1948 wieder zu Hause in Deutschland. Als gerade mal 17-jähriger Junge hatte er damals sein Elternhaus verlassen als er in den Krieg zog. So hatte er quasi seit über 6 Jahren fernab seiner Heimat die schönsten Jahre seiner Jugend in Krieg und Kriegsgefangenschaft verbracht. Welch schlimme Vorstellung!

Brief vom 11.12.1948 nach seiner Ankunft zu Hause – Vorderseite (Quelle: Familie Fauré-Roux)

Brief vom 11.12.1948 nach seiner Ankunft zu Hause – Rückseite (Quelle: Familie Fauré-Roux)

Brief vom 10.07.1949 – Vorderseite (Quelle: Familie Fauré-Roux)

Brief vom 10.07.1949 – Rückseite (Quelle: Familie Fauré-Roux)

Denis Fauré-Roux, das einzige Kind von Albert und seiner Frau (Quelle: Familie Fauré-Roux)

Pause – Der Mann, der den Hafen von Bordeaux gerettet hat.

Heinz Stahlschmidt

Quelle Wikipedia (German translation)

Im August 1944 war er im Hafen von Bordeaux stationiert, einem der größten französischen Häfen. Mit dem bevorstehenden Ende der Schlacht in der Normandie und der Landung in der Provence bereiteten sich die Deutschen darauf vor, Südwestfrankreich zu verlassen oder sich an die Girondemündung zwischen Royan und Pointe de Grave zurückzuziehen. Am 9. August 1944 wurde Heinz Stahlschmidt angewiesen, alle Hafenanlagen und Werften der Stadt, die sich über 12 Kilometer erstrecken, zu zerstören, um den Alliierten die Nutzung unmöglich zu machen. Am 22. August 1944 um 20:50 Uhr, 4 Tage vor der geplanten Zerstörung, sprengte er den Munitionsbunker an der Rue Raze in der Nähe der Docks mit den Sprengladungen (100 kg Sprengstoff und 4000 langsame Zünder). Ihre Aktion soll den Tod von etwa 50 deutschen Soldaten verursacht haben, aber es wird geschätzt, dass sie das Leben von etwa 3500 Zivilisten gerettet hat. In einem Interview mit Reuters im Jahr 1977 sagte Salmide, dass er nach seinem christlichen Gewissen gehandelt habe. Dass er nicht akzeptieren konnte, dass der Hafen zerstört wurde, wenn der Krieg eindeutig verloren ging. Dann schloss er sich dem französischen Widerstand an, der ihn versteckte, während er von der Polizei und der Gestapo gesucht wurde.